# Nativer WireGuard-Dienst WireGuard wird auf dem Debian-Host als `wgdeck0` verwaltet. Der systemd-Dienst `athena-deck-network.service` läuft außerhalb von Docker. Die Deck-Webanwendung kommuniziert als unprivilegierter Benutzer über einen Unix-Socket mit dem Helfer; sie bekommt weder NET_ADMIN noch allgemeinen Root-Zugriff. ## Einrichtung Auf einem frischen Debian zuerst `wireguard-tools` und `iproute2` installieren; `setup_network_helper.py --install-tools` kann genau diese Pakete nachziehen. Es installiert keinen Kernel, keinen NVIDIA-Treiber und verlangt keinen Reboot. Für die derzeitige isolierte Deck-Docker-Installation: ```sh sudo python3 deploy/install.py --network-helper \ --directory /opt/athena-deck-dev/runtime --lan-address 172.21.117.202 ``` Standardmäßig werden nur GUI-Port und der konfigurierte API-Portbereich freigegeben. Zusätzliche Web-Tools müssen explizit mit `--network-ports` registriert werden, beispielsweise `8108,8120,8121,8122,8123,8124,8118,8127,8128`. Der Installer bindet den Dienst-Socket und Proxy-Prüfwert schreibgeschützt ein. Die einmalige App-Aktualisierung startet nur Deck neu; der Tunnel bleibt bis zum Conf-Import und Aktivieren deaktiviert. Keine zweite Deck-Instanz entsteht. Für eine spätere native Deck-Installation kann derselbe Helfer mit der unprivilegierten Deck-UID/GID bereitgestellt werden: ```sh sudo python3 deploy/setup_network_helper.py --client-uid UID --client-gid GID \ --lan-address HOST_LAN_IP --gui-port 8108 --ports 8108,8120 ``` Deck benötigt `DECK_NETWORK_MODE=native` und `DECK_PROXY_TOKEN_FILE=/run/athena-deck-network/proxy-token`. Die konkrete Portdefinition liegt rootgeschützt in `/var/lib/athena-deck-network/policy.json`. Sie wird beim erneuten Setup nicht still verändert. Bestehende WireGuard-Interfaces und Gateways bleiben erhalten. ## Konfiguration und Zugriff Einstellungen → Netzwerkzugang: Conf importieren, aktivieren, Handshake prüfen, Zugriff wählen. Unterstützt werden ein Peer, eine IPv4-Adresse und optional eine IPv6-Adresse. Wiederholte DNS-Zeilen sind importierbar, verändern aber nicht den Host-DNS. Shell-Hooks, Table und SaveConfig werden abgelehnt. LAN/Tunnel/beides gilt ausschließlich für die registrierten Deck-Ports. Listener binden an konkrete Adressen und Interfaces; keine Wildcard-Freigabe, keine Änderungen an Firewall-Default-Policies oder Docker-Regeln. Die vorhandenen Loopback-Ports bleiben für SSH-Verwaltung erreichbar. SSH-Port 22 wird nicht vom Zugriffsmodus gesperrt. Separate öffentliche Freigaben außerhalb des Helfers werden nicht automatisch kontrolliert. GUI-Anfragen erhalten einen geheimen Proxy-Prüfwert und den tatsächlichen Zugangsweg. Bestätigung aus der GUI benötigt Anmeldung und den richtigen Zugangsweg. Ein Zugriffswechsel läuft 120 Sekunden auf Probe; ohne Bestätigung wird der vorherige Modus wieder wirksam. API/WebSocket-Verbindungen werden ohne Parameterübersetzung weitergeleitet. Zusatzoberflächen behalten ihre eigenen Anmelde- und Hostprüfungen; deren URL-Freigaben sind separat zu prüfen. Der Dienst übernimmt absichtlich **nicht** die globale Standardroute. AllowedIPs-Routen liegen ausschließlich in Tabelle 51826 und werden nur für Pakete mit der eigenen Tunnel-Quelladresse ausgewählt. Full-tunnel-AllowedIPs machen somit nicht den gesamten Debian-Host zum VPN-Client. Eine spätere systemweite Egress-Policy wäre ein eigener Auftrag. Prioritäten 12126/12127 und Tabelle 51826 werden vor Aktivierung auf Kollisionen geprüft. ## Sicherung und Migration Die originale Conf liegt rootgeschützt im Dienst-Zustandsverzeichnis. Status enthält keine Schlüssel. Decks verschlüsseltes Backup exportiert/importiert Conf, Aktivierungszustand und bestätigten Modus. Der Helfer und seine feste Portdefinition müssen auf einem neuen Host vor dem Netzwerk-Restore eingerichtet sein. Wiederherstellung fremder Ports oder des alten Docker-Gateway-Routings ist kein Bestandteil dieses Modul-Backups. Denselben Peer niemals gleichzeitig im alten Gateway und auf dem Host aktivieren. Vor einer Übernahme unabhängigen SSH-Zugang prüfen, alte Abhängigkeiten stoppen, Rückfall vorbereiten, dann alten Gateway stoppen und neuen Tunnel aktivieren. Zuerst beide Zugänge prüfen; erst anschließend "nur WireGuard" bestätigen. ## Betrieb ```sh sudo systemctl status athena-deck-network.service sudo systemctl stop athena-deck-network.service sudo systemctl start athena-deck-network.service ``` Stop entfernt nur die vom Dienst angelegte Schnittstelle und deren eigene Regeln. Ein explizit aktivierter Tunnel wird beim nächsten Dienststart wieder aktiviert; eine Deaktivierung über Deck bleibt dagegen gespeichert. Tests: `python3 -m unittest network.test_native test_network` und auf einem Linux-Testhost als root `python3 network/test_native_integration.py`. Letzterer nutzt zwei Wegwerf-Netzwerk-Namensräume und synthetische Schlüssel, keine Container, produktiven Peer-Konfigurationen oder Host-Routen.