# Werkzeug-Zuverlässigkeit – Umbau vom 24. August 2026 ## Anlass Mehrere reale Aufgaben scheiterten nicht am Qwen-Modell, sondern an der Werkzeugschicht: öffentliche Suchen lieferten leere oder veraltete Resultate, ein rekursiver GitHub-Baum verdrängte die Antwort aus dem Kontext, eine private Bank-CSV wurde als Knowledge-Quelle statt als Tabelle behandelt und ein nicht erreichbarer Home-Assistant-Endpunkt provozierte Wiederholungen. Das System benötigte deshalb kleinere, klarere Werkzeuge und harte Abbruchgrenzen. ## Verbindliche Lösung 1. Allgemeine öffentliche Recherche verwendet Open WebUIs native `search_web`- und `fetch_url`-Werkzeuge. Der eigene Web-MCP bleibt nur als manuell zugeschalteter Spezialadapter für YouTube und Hugging Face. 2. Der offizielle GitHub-MCP bietet genau drei read-only Werkzeuge: `search_repositories`, `search_code` und `get_file_contents`. Rekursive Komplettbäume sind ausgeschlossen. 3. Private CSV-/Excel-Dateien werden ausschließlich mit dem lokalen Code-Interpreter und pandas/openpyxl ausgewertet. Web, MCP und Knowledge/RAG erhalten keine Dateiinhalte oder daraus abgeleitete Suchbegriffe. Der Filter leert dafür die MCP-Auswahl und deaktiviert `features.web_search`; im installierten OpenWebUI-Code läuft der Filter nachweislich vor der Webwerkzeug-Injektion. Vor `pandas.read_csv` werden Rohvorschau, Kodierung, Trennzeichen, Kopfzeile, Metadatenzeilen, Dezimal- und Datumsformat erkannt; damit führen deutsche Bankexporte nicht mehr unnötig zuerst zu einem ParserError wegen einer falschen Spaltenzahl. Tabellenanalysen sollen im Regelfall mit einer Erkennungs- und einer Auswertungsrunde auskommen. 4. Pro Antwort sind höchstens 16 interne Werkzeugrunden und zwölf tatsächlich ausgeführte Einzelaufrufe erlaubt. Pro konkretem Werkzeug sind höchstens vier unterschiedliche Aufrufe zulässig; identische Argumente werden kein zweites Mal ausgeführt. Die zusätzlichen vier internen Runden sind nur Synthesepuffer und erhöhen nicht das Ausführungsbudget. Das abgeleitete, reproduzierbar gebaute OpenWebUI-Image verwendet die letzte Runde zwingend als werkzeugfreie Synthese. Erzeugt das Modell trotz entfernter Schemata noch einmal werkzeugförmige Ausgabe, folgt genau ein zweiter, ebenfalls werkzeugloser Syntheseversuch. Statt `Tool-call limit reached` ohne Ergebnis erhält der Benutzer deshalb eine sichtbare Antwort aus den vorhandenen Befunden samt ehrlicher Angabe fehlender Belege. Inlet-Filter allein können dies nicht erzwingen, weil sie zwischen OpenWebUIs internen Werkzeugrunden nicht erneut ausgeführt werden. Der zweite identische Aufruf wird gestoppt. Ein einzelnes Resultat ist auf 10.000, alle Resultate zusammen auf 36.000 Zeichen begrenzt. Die Basis ist unveränderlich auf OpenWebUI-Revision `01f4282f1ffe0d6212f58d3afbeae21fffd0c4be` beziehungsweise Image-Digest `sha256:6a773e5c3a246b65cbe74ce942b294292c0e5f81c138f703d111bc162f7d7c3d` gepinnt. Das zuvor dokumentierte `v0.9.5` war nicht der tatsächlich migrierte Datenbankstand und darf für diese Datenbank nicht verwendet werden. 5. Repository-Prüfungen beginnen mit README/Wurzel, verwenden anschließend höchstens drei gezielte Code-Suchen und öffnen nur relevante Treffer. Eine konkrete Laufzeitinstanz wird genau einmal über ihr Fachwerkzeug geprüft. 6. Der Home-Assistant-MCP behält den TLS-Namen `ha.casaderoll.de`, routet ihn im Container aber auf `HOME_LAN_PROXY_IP` im Heimnetz. Dadurch funktioniert er auch vom Außenstandort über WireGuard. 7. Task-Management ist keine Faktenquelle und wird nicht für einzelne Fragen, Nachschlageaufgaben oder Dateianalysen verwendet. 8. Mehrdomänen-Aufgaben erhalten automatisch höchstens drei passende Fachkataloge und ein begrenztes Qwen-Reasoning-Budget. Einfache Ein-Domänen- Aufgaben bleiben im schnellen Non-Thinking-Modus. Alle llama.cpp-Profile bewahren Reasoning-Zustand zwischen Werkzeugrunden (`--reasoning-preserve`). 9. Wiederkehrende Fachsuchen werden serverseitig gebündelt: Home Assistant inventarisiert auskommentierte YAML-Blöcke in einem Aufruf; MUA durchsucht Community Applications mit mehreren Namensvarianten in einem Feed-Durchlauf und filtert Containerlogs mit mehreren `focus_terms` in einem Aufruf. ## Abnahme - OpenWebUI-Filtertests: 28 - Web-MCP-Tests: 9 - Athena-Operator-Sicherheitstests: 11 - Platform-Context-Test: bestanden - MCP-Katalog-TÜV: Handshake, Toolanzahl, Schema-Größe, Regex-Muster und verbotene Tools; keinerlei fachliche Toolaufrufe - Gesamttest des Routers: Profile, Streaming, Tools, Bild, Sprache und Fehlerwiederherstellung Der wiederholbare MCP-Test lautet: ```bash sudo /opt/mike-ai/stack/dev/verify_mcp_catalogs.sh ``` Er muss mit `MCP_CATALOG_SUITE_OK` enden. ## Noch manuell zu prüfen Ein echter Browsertest mit einer bewusst synthetischen CSV benötigt eine angemeldete OpenWebUI-Sitzung. Nach Login wird eine harmlose Beispieltabelle hochgeladen und geprüft, dass die Antwort sichtbare Summen enthält und in der Werkzeuganzeige ausschließlich lokale Datei-/Codewerkzeuge erscheinen. Für diesen Test dürfen niemals echte Bankdaten verwendet werden. ## Rollback Vor dem Live-Umbau liegt die Quell- und Konfigurationssicherung unter `/data/mike-ai-recovery/pre-tooling-upgrade-20260823-235527`. OpenWebUIs Datenbank wurde zusätzlich unmittelbar vor Filter- und Modellinstallation gesichert. Ein Rollback betrifft ausschließlich Werkzeug-/OpenWebUI-Dateien; Netzwerk, SSH, WireGuard, Kernel, GPU-Treiber und Bootkonfiguration wurden nicht verändert.